
Fritz Bleyl im Brücke-Museum
17. Januar – 9. März 2003
Das Brücke-Museum zeigt neben Werken der „Brücke“-Künstler aus der ständigen Sammlung rund 50 Arbeiten von Fritz Bleyl. Das Gründungsmitglied der Künstlergruppe „Brücke“ wird mit Aquarellen, Holzschnitten und Tuschezeichnungen präsentiert, die einen Überblick über die frühe Kunst der „Brücke“ erlauben.
Mit seinen jugendstilhaft ästhetisierten Holzschnitten, in denen Bleyl
meisterhaft mit den Schwarz-Weiß-Kontrasten des Mediums und der Reduktion
der Flächen spielt, hat er nicht unerheblichen Einfluß auch auf die
anderen „Brücke“-Künstler, vor allem Ernst Ludwig Kirchner
ausgeübt. Bleyls Kenntnisse des japanischen Holzschnittes fließen
unverkennbar in seine dekorativ verknappten Blätter mit ein.
Die gezeigten Aquarelle belegen Bleyls Auseinandersetzung mit dem Vorbild des Neoimpressionismus und Pointillismus. Statt jedoch wissenschaftlich streng Farbpartikel nebeneinander zu setzen, die sich erst im Auge des Betrachter zu einem Bild vermischen, arbeitet Bleyl mit Punkten, Strichen, Kommata, die bisweilen dynamische Bewegung erzeugen und das Schlüsselerlebnis der Kunst Vincent Van Goghs verraten. Dem Charakter Bleyls entsprechend atmen die Blätter eine zarte, transparente Farbigkeit.
Die Tuschpinselzeichnungen lassen wiederum die Reduktion und Verknappung der japanischen Kalligraphie erkennen. Mit großer Sicherheit und Bestimmtheit setzt Bleyl die Kontraste der tiefschwarzen Formen und der Negativflächen des Blattes gestalterisch um.
Bereits 1907, zwei Jahre nach der Gründung der „Brücke“ trat Bleyl aus der Künstlergemeinschaft aus. Er hatte vor, zu heiraten und nahm daher eine Stelle als Zeichenlehrer an, um sich ein geregeltes Einkommen zu schaffen. Die radikale Wende in der Kunst der „Brücke“ zu einem neuen, expressionistischen Stil machte er daher nicht mit – dennoch ist sein Werk exemplarisch für die frühe „Brücke“-Kunst zu nennen, als Vorarbeit und Ausgangspunkt einer revolutionären Kunstentwicklung.
Zu Leben und Werk Fritz Bleyls informiert der Band 18 des Brücke-Archivs,
der zum Preis von 18,00 Euro im Museumsshop erhältlich ist.
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